Schuhgröße berechnen: So funktioniert die Formel mit dem Pariser Stich

Schuhgröße berechnen: So funktioniert die Formel mit dem Pariser Stich

29. Mai 2026Sascha Töpel

Die perfekte Schuhgröße finden: Was ist der Pariser Stich und wie berechnet man ihn?

Wir alle kennen das Gefühl: Ein Schuh sieht fantastisch aus, aber nach ein paar Stunden drückt und kneift es an allen Ecken. Die Wahl der richtigen Schuhgröße ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Fußgesundheit. Besonders bei Schuhen, die wir täglich tragen – sei es der bequeme Clog im Alltag oder der warme Filzpantoffel am Abend – ist die perfekte Passform das A und O.

Aber wie findet man die richtige Größe eigentlich exakt heraus? Hier kommt ein Begriff ins Spiel, der in der Schuhindustrie seit Jahrhunderten den Ton angibt: der Pariser Stich.

Was genau ist der Pariser Stich?

Auch wenn man manchmal umgangssprachlich vom „Pariser Strich“ liest – der korrekte Fachbegriff lautet Pariser Stich. Dieses Maßsystem wurde bereits um das Jahr 1800 in Frankreich eingeführt und hat sich als europäischer Standard für die Herstellung von Schuhanlagen und Leisten durchgesetzt.

Ein Pariser Stich entspricht 2/3 Zentimeter (also etwa 6,67 mm). Wenn Sie also einen Schuh in der EU-Größe 42 kaufen, bedeutet das historisch gesehen, dass die Innenlänge des Schuhs 42 Pariser Stiche lang ist.

So berechnen Sie Ihre Schuhgröße richtig

Um Ihre EU-Schuhgröße zu ermitteln, reicht es nicht aus, einfach nur den Fuß zu messen. Beim Gehen schiebt sich der Fuß im Schuh bei jedem Schritt leicht nach vorne. Deshalb muss immer ein sogenannter Abrollspielraum (auch Zugabe genannt) von etwa 1,5 cm zur tatsächlichen Fußlänge addiert werden.

Die mathematische Formel zur Berechnung der EU-Größe lautet:

EU = (Fußlänge in cm + 1,5) x 1,5

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Füße richtig messen

Damit das Ergebnis mit der Formel auch wirklich stimmt, sollten Sie beim Messen folgende Punkte beachten:

  1. Den richtigen Zeitpunkt wählen: Füße schwellen im Laufe des Tages durch Belastung leicht an. Messen Sie Ihre Füße daher am besten immer nachmittags oder abends.

  2. Socken anziehen: Tragen Sie beim Messen die Art von Socken, die Sie später auch in den Schuhen tragen möchten.

  3. Papier und Stift nutzen: Stellen Sie sich mit beiden Füßen auf ein Blatt Papier und umranden Sie diese mit einem Stift. Halten Sie den Stift dabei möglichst senkrecht.

  4. Den längsten Punkt messen: Messen Sie nun den Abstand von der Ferse bis zum längsten Zeh.

  5. Der längere Fuß entscheidet: Bei fast allen Menschen ist ein Fuß minimal größer als der andere. Nehmen Sie für die Berechnung mit dem Pariser Stich immer das Maß des längeren Fußes.

Warum die richtige Größe bei Naturmaterialien so wichtig ist

Besonders bei hochwertigen Modellen, wie etwa den beliebten Haflinger-Schuhen aus reinem Wollfilz oder mit ergonomischem Korkfußbett, spielt die korrekte Größe eine entscheidende Rolle.

Naturmaterialien passen sich mit der Zeit wunderbar der individuellen Fußform an. Damit das anatomisch geformte Fußbett jedoch genau an den richtigen Stellen (wie dem Fußgewölbe) stützt, muss die Basisgröße durch die Pariser-Stich-Methode exakt ermittelt sein. Ein zu kleiner Schuh presst die Zehen zusammen, während ein zu großer Schuh den Halt im Fersenbereich mindert, was auf Dauer zu einer falschen Belastung führt.

Unser Tipp: Nutzen Sie unsere Größentabellen direkt auf den Produktseiten. Wenn Sie Ihre Fußlänge in Zentimetern ermittelt haben, können Sie dort ganz bequem ablesen, welche Größe für das jeweilige Modell ideal für Sie ist.

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